Klonen von Clientrechnern
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Klonen von Rechnern im NT-Netzwerk

Das Problem für viele Netzwerkadministratoren in Schulen besteht bei der Installation neuer Software darin, dass praktisch die Software auf jedem Rechner zu installieren ist, da die Windows-Registry verändert wird oder Dateien in das Systemverzeichnis geschrieben werden. Dies erhöht die Arbeit für den Netzwerkadministrator erheblich.

Eine alternative Möglichkeit besteht darin, die Software auf einem Musterrechner zu installieren und diesen über das Netzwerk auf andere Rechner zu übertragen. Dies wird dadurch erleichtert, dass die viele Schulen über eine homogene Ausstattung mit Rechnern verfügt. Außerdem können durch das Zurückschreiben einer Musterinstallation unerwünschte Veränderungen der Clients durch Schüler wieder rückgängig gemacht werden Leider bereitet das Clonen von Festplatten unter Windows NT zusätzliche Schwierigkeiten, da jeder Rechner eine Security-Id (SID) besitzt, die nur einmal im Netz vorhanden sein darf. Beim kompletten Übertragen der Festplatte muss daher zunächst eine neue SID erzeugt werden. Es gibt eine Reihe von kommerziellen Produkten, die dies leisten. Im Folgenden wird eine Lösung beschrieben, die am Beisenkamp-Gymnasium benutzt wird und auf frei erhältlich Software setzt. Die Zeitschrift c’t beschäftigt sich in der Ausgabe 3/98 ausführlich mit diesem Thema.

Zum Clonen der Rechner wird LINUX verwendet, dass die entsprechenden Eigenschaften bereits mitbringt. Voraussetzung ist, dass eine netzwerkfähige Startdiskette vorhanden ist. Wir benutzen hierzu ein sogenanntes Diskettenlinux (muLinux), das auf einer Diskette alle notwendigen Treiber enthält. Weitere Voraussetzung ist, dass im Netz ein Linux-Server mit einer ausreichend großen Festplatte und einem NFS-Server vorhanden ist.

 1.      Schritt – Die Musterinstallation sichern

Starten des Clients mit der Musterinstallation mit der muLinux-Diskette. Dabei ist muLinux so konfiguriert, dass die IP-Adresse von dem im Netz vorhandenen DHCP-Server bezogen wird.

Nun muss das Verzeichnis, auf das das Spiegelbild der Festplatte geschrieben werden soll, gemountet werden:

mount –t nfs 192.168.0.1:/var/clone /mnt

 Auf dem Server mit der IP 192.168.0.1 muss das Verzeichnis /var/clone existieren und die Rechte ein Schreiben in das Verzeichnis ermöglichen.

Für das Erzeugen des Image bestehen zwei Möglichkeiten, einmal als 1:1-Bild oder als komprimierte Datei:

dd if=/dev/hda1 of=/mnt/hda1-image

bzw.

gzip –9 </dev/hda1 >/mnt/hda1-image.gz



Das Speichern der einer 1,5 MB-Festplatte dauert ca. zwei Stunden über ein 10 Mbit-Ethernet-Verkabelung.

 

2.      Schritt – Musterinstallation zurückschreiben

 Jetzt den neu zu installierenden Rechner mit der muLinux-Diskette booten und mit

 

mount –t nfs 172.16.200.100:/var/clone /mnt

 das Verzeichnis mit der Image-Datei booten. Das Zurückschreiben geschieht nun mit

 dd if=/mnt/hda-image of=/dev/hda1f

bzw.

gzip –d </mnt/hda1-image.gz >/dev/hda1

 Da die muLinux-Installation einen DHCP-Server benutzt, können gleich mehrere Vorgänge mit der gleichen Diskette angestoßen werden, die Diskette ist nach dem Bootvorgang im Rechner nicht mehr notwendig.

 Nach dem Zurückschreiben wäre der Vorgang für Windows 95 bereits abgeschossen, wenn man die IP-Adresse automatisch über den DHCP-Server bezieht. Für Windows NT Workstation ist leider noch einiger Arbeitsaufwand vonnöten.

 3.      Schritt – notwendige Konfiguration für Windows NT-Workstation

 Den Rechner (ohne Diskette) neu booten und als Administrator bei der Workstation (nicht der Domäne) anmelden.

Den Rechnernamen (und gegebenenfalls die IP-Nummer) des Rechners ändern. Anschließend den Rechner neu booten, damit die Änderung des Namens wirksam wird.

 Wiederum als Administrator anmelden und das Programm NewSID starten. Dieses Freeware-Programm erzeugt eine neue SID. Nach Ablauf des Programms muss der Rechner wieder gebootet werden.

 Da wir LINUX mit SAMBA als PDC einsetzen, muss ich jetzt noch ein neues Passwort in der smbpasswd-Datei erzeugen mit

 smbpasswd –a –m WS2

 wobei WS2 der Name des Rechner ist. Noch einmal als Administrator anmelden und den Rechner von der Domäne abmelden und anschließend wieder anmelden. Wenn alles geklappt hat, werden Sie mit einem Dialog in der Domäne begrüßt.

Zugegeben, der dreimalige Neustart des NT-Rechners nervt schon gewaltig, ich habe aber bis jetzt keine schnellere Lösung gefunden, bin aber für entsprechende Hinweise dankbar.

  Quellen:           muLinux

                        NewSid