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In einem lokalen Netzwerk sollen mittels eines Linux-Servers CD-ROMs für
die Clients freigegeben werden. Da der Server nur ein einziges
CD-ROM-Laufwerk hat, wird eine Lösung gesucht, die das häufige
Wechseln der CDs dadurch verhindert, dass die CDs komplett auf den
Server kopiert werden. "Einfaches" Kopieren der Dateien
scheidet aus, weil sich einige CDs "merkwürdig" verhalten
(sprich: Nicht mehr lauffähig sind!). Das Übertragen der CDs auf die
Festplatte ist daher auch anzuraten, da die Zugriffszeiten erheblich kürzer
werden und die Mechanik des CD-ROM-Laufwerks nicht mehr strapaziert
wird.
Hardwareumgebung:
Beliebiger Linux-tauglicher Server mit ausreichender Festplattenkapazität
zur Aufnahme der CDs, ein CD-ROM-Laufwerk.
Betriebssystemumgebung (Server und Client):
Server: Betriebssystem Linux, getestet auf RedHat und auf SuSE 5 bis
6.1, Netzwerkprotokoll TCP/IP, Samba-Server
(getestet ab Version 1.9.16p11), das Loopbackdevice muss laufen (tut es
aber gewöhnlich immer), Zugang als root muss für nachfolgende
Anleitung möglich sein.
Clients: Windows 95/98/NT mit Netzwerkprotokoll TCP/IP
Detaillierte Arbeitsanweisung:
Der Lösungsansatz heißt:
Erstellen von CD-ROM-Abbildungen (sogenannte Images).
Für das Verständnis der nachfolgenden Arbeitsanweisung wird
exemplarisch angenommen, dass zwei CDs im Netzwerk freigegeben werden
sollen. Die beiden CDs haben die Bezeichnung "MS Office" und
"Puschls Abenteuer im Internet".
Dann wird angenommen, dass das CD-ROM-Laufwerk des Linux-Servers auf die
Bezeichnung "/dev/cdrom" reagiert (was IMHO die meisten der
Linux-Installationen so tun).
Und so wird vorgegangen:
1. Anmelden als root.
2. Anlegen eines geeigneten Verzeichnisses zur Aufnahme der
CD-ROM-Images. Das Verzeichnis soll im Stammverzeichnis liegen
und "cdromserver" genannt werden.
Befehl:
mkdir /cdromserver
3. Anlegen eines Image-Verzeichnisses zur Aufnahme der CD-ROM-Images.
Wird sinnvollerweise im Verzeichnis /cdromserver angelegt und kann
"images"
genannt werden.
Befehl: mkdir /cdromserver/images
4. Einlegen der ersten CD ("MS Office") und Erstellen des
Abbildes dieser CD. Der Name des Abbildes soll "msoffice"
heissen.
Befehl: dd if=/dev/cdrom of=/cdromserver/images/msoffice
5. Anschliessend Einlegen der zweiten CD ("Puschls Abenteür im
Internet") und Erstellen des Abbildes der CD. Der Name des Abbildes
soll "puschl" heissen.
Befehl: dd if=/dev/cdrom of=/cdromserver/images/puschl
6. Jetzt werden für die beiden CDs zwei "mount-bare"
Verzeichnisse benötigt, deren Name mit den Namen der erstellten Images
identisch sein sollten.
Befehle:
mkdir /cdromserver/msoffice
mkdir /cdromserver/puschl
7. Nun werden die CDs auf diese Verzeichnisse "gemountet".
Befehle:
mount /cdromserver/images/msoffice /cdromserver/msoffice -o loop
mount /cdromserver/images/puschl /cdromserver/puschl -o loop
(Bitte beachten: Die beiden Befehle sind jeweils in _einer_ Zeile zu
schreiben)
8. Anschliessend benötigt der Samba-Server Kenntnis darüber, dass er
zwei weitere "Shares" zur Verfügung stellen soll. Dazu muss
die Datei /etc/smb.conf bearbeitet werden. Folgende Zeilen sind darin zu
ergänzen:
[msoffice]
comment = MS-Office CD
path = /cdromserver/msoffice
read only = yes
locking = no
[puschl]
comment = Puschl Abenteuer-CD
path = /cdromserver/puschl
read only = yes
locking = no
9. Jetzt sollte der Linux-Server so konfiguriert werden, dass er nach
dem nächsten Start die Änderungen automatisch in die Netz-
werkumgebung einbaut, ohne dass "händisch" eingegriffen
werden muss. Das Mounten der beiden CDs muss daher "dauerhaft"
installiert werden.
Dazu muss die Datei /sbin/init.d/boot.local bearbeitet werden. Sie
bekommt am Ende folgende weiteren Zeilen:
# Eintrag von N. N. am TT.MM.JJJJ
mount -t iso9660 /cdromserver/images/msoffice /cdromserver/msoffice -o
loop
mount -t iso9660 /cdromserver/images/puschl /cdromserver/puschl -o loop
(Achtung: Die beiden mount-Zeilen stehen jeweils in _einer_ Zeile!).
10. Um alles zu aktivieren, ist es jetzt der leichteste Weg, den Server
einfach einmal (ganz linux-untypisch) neu zu booten.
Danach sollten die jeweiligen Clients in ihrer Netzwerkumgebung die
neuen Verzeichnisse mit den Inhalten der beiden CD-ROMs sehen können.
Anmerkung zu Win95/98/NT:
Es wird mitunter beobachtet (vor allem, wenn auf den CDs alte DOS- oder
Win3-Software zum Einsatz kommt), dass die CD-Images nicht laufen
wollen, wenn sie keinem Laufwerksbuchstaben zugeordnet werden. Diesem
Uebel ist leicht abzuhelfen: Wenn man auf dem Desktop die
Netzwerkumgebung offen und den Server angewählt hat, so dass man die
CD-ROM-Einträge sehen kann, werden diese _einmal_ angeklickt und dann
mit dem Befehl "Datei/Netzwerklaufwerk verbinden" einem
Laufwerksbuchstaben zugeordnet.
(von Puschl Muschl aus www.schul-netz.de)
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